Leg es nieder am Rand des Quells …

   „Leg es nieder am Rand des Quells …“ Tief im Wald bei Hochscheid im Hunsrück, dort wo der Kappelbach entspringt, verehrten die Menschen vor fast zweitausend Jahren eine Göttin des heilenden Wassers: Sirona . Kelten und Römer kamen an ihre Quelle, brachten Gaben und Gebete und legten ihre Sorgen ins Wasser. Gefunden wurde dort ein Heiligtum mit einem Bild der Göttin: eine Schlange um den Arm, eine Schale mit Eiern in der Hand, beides Zeichen für Heilung und Erneuerung. Mit „Sironas Quelle“ lassen wir die Göttin selbst sprechen. Sie hat Tempel zerfallen sehen, erlebt, wie Gebete die Sprache wechselten und Kapellen auf ihrem Ort entstanden, und sie ist doch immer dieselbe geblieben: das Wasser, das nicht urteilt, sondern nur hält und trägt. Im Mittelpunkt steht ein Jäger, der im Herbstnebel an die Quelle kommt, einen Pfeil in der Hand und mit der Schuld am Blut eines Freundes. Er betet nicht. Er legt einfach ab, was ihn bedrüc...